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EMERSON, LAKE & PALMER — Kurzbiografie 1992-98

1970-1974
1992-1998
ELP-Bio 1970-1998

Teil 3: Schwerer Stuhlgang

"Wir sind eine Band mit Persönlichkeit und brauchen uns dafür nicht zu entschuldigen", lautete Greg Lakes Statement, als die Band nach 14 Jahren Abwesenheit im Jahre 1992, mit dem Album Black Moon ein Comeback startete. Bereits im Jahr 1987 trafen sich Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer zu Sessions , aus denen aber keine konkreten Pläne erwuchsen. Vielmehr verkrachten sich Emerson und Lake bereits erneut während der Proben.

Beim zweiten Anlauf ab dem Jahre 1991 war angeblich nur geplant, die Auftragsarbeit für eine Filmmusik zu komponieren. Doch die drei Mitglieder rauften sich bei den Aufnahmen wieder zusammen, weil die neu gegründete Plattenfirma Victory großes Interesse an einem ELP-Comeback signalisierte. Als Produzent von Black Moon saß Mark Mancina im Sessel, der später unter anderem die Soundtracks für Blockbusterfilme wie "Speed" und "Twister" und komponierte.

Die Musik auf Black Moon klang moderat modern. Zum erstenmal konnte die Band neue Technologie wie Computersoftware und MIDI einsetzen. Mit diesen neuen Werkzeugen fabrizierte ELP beispielsweise Softrockversionen von Prokofiefs "Romeo und Juliet" und beim Titelsong keyboardlastigen Stampf-Rock. Den Rest bildeten Lake-Balladen, kommerzielle Popsongs sowie ein Klaviersolo von Keith Emerson.

Die 90er- Jahre waren durchweg schwierig für Bands wie ELP. Der Pathostrock, wie ihn Yes, Genesis und eben auch ELP in den 70er- Jahren massenkompatibel zelebriert hatten, war vollkommen aus der Mode. Entsprechend zurückhaltend war dann auch die Resonanz bei Kritikern und Käufern.

Trotzdem kam die Promotionsmaschinerie wieder ans Laufen. ELP waren beispielsweise. zu Gast in Thomas Gottschalks TV-Show "Wetten dass", wo das Trio den Titelsong in voller Länge präsentieren durfte. Obwohl von Gottschalk enthusiastisch angekündigt ("Zu dieser Musik habe ich früher getanzt") zeigte sich das anwesende Publikum eher ratlos. Auch in den internationalen Charts war das Werk kaum vertreten.


ELP is back in Verona 1992. (Foto: Richard Kneubühler)

Die anschließende Welttournee wurde dennoch ein Erfolg. Frühere Anhänger dürsteten nach den alten Klassikern und bereiteten dem Trio bei den Konzerten einen enthusiatischen Empfang. Dennoch fehlte den Auftritten auch aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Protagonisten die frühere Magie, Dynamik,und Ausdruckskraft.

Von den Konzerten wurde im Januar 1993 der Mitschnitt Live At The Royal Albert Hall veröffentlicht. Im November des gleichen Jahres brachte die Plattenfirma die 4-CD-Box Return Of The Manticore auf den Markt, die alte Tracks von ELP und Neubearbeitungen alter Nice, King Crimson und Arthur Brown enthielt. Dazu gab es Neuversionen von ELP-Oldies wie "Pictures At An Exhibition" und "I Believe In Father Christmas", die mit Dolby-Surround und Gospelchor aufgeppt wurden.


Der Mann vor dem Moog. Keith Emerson 1992 mit ELP-Käppchen. (Foto: Richard Kneubühler)

Im September 1994 erschien dann mit In the Hot Seat wieder eine neue Studioproduktion, die unter sehr ungünstigen Umständen zustande kam. Bereits bei der vorangegangenen Tournee verschlimmerten sich Emersons Armschmerzen. Der Keyboarder musste sich einer komplizierten Operation unterziehen, was ihn anschließend im Spielen stark einschränkte. Zudem ließen sich die drei einstmals "sehr selbstbewußten Individuen", wie schon bei Love Beach, von der finanziell angeschlagenen Plattenfirma unter Druck setzen, ein kommerzielles Album abzuliefern. Produzent Keith Olsen verpaßte dem Trio ein stromlinienförmiges Klangkorsett, bei dem kaum noch etwas an ELP erinnerte.

Die Platte wurde verkaufsmäßig ein völliger Reinfall. Wegen Emersons Rekonvaleszenz und interner Zwistigkeiten konnte keine Tournee gestartet werden. Zwei Jahre herrschte wieder Ruhe um das Trio. 1996 begab sich das Trio als Anheizer für Jethro Tull zu einigen US-Gigs. Diese Auftritte wie auch andere mit Dream Theater und Deep Purple offenbarten bis zum Jahr 1998 jedoch eher den künstlerischen Niedergang von ELP.

Vor den geplanten Aufnahmen für ein neues Studioalbum verkrachten sich ELP im Dezember 1998 erneut. Greg Lake beanspruchte die Produzententätigkeit , womit Keith Emerson und Carl Palmer nicht einverstanden waren. Seitdem ruht das Unternehmen ELP. Ein geplantes Comeback im Jahre 2009 scheiterte wegen Emersons Handproblemen. Jetzt ist für 2010 beim High-Voltage-Festival ein neues Comeback anvisiert.

© Bernd F. Hoffmann

Quellen:
Edward Macan: Endless Enigma: A Musial Biography Of Emerson, Lake & Palmer
George Forrester, Martyn Hanson, Frank Askew: The Show That Never Ends: A Musical Biography
Keith Emerson: Pictures Of An Exhibitionist
www.emersonlakepalmer.com
www.greglake.com

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