| Besetzung: |
Allgemeine Fakten: |
| Keith Emerson: Keyboards, Synthesizer |
|
| Greg Lake: Bass, Gitarre, Gesang, Harmonika |
Gegründet: 1970 |
| Carl Palmer: Drums. Perkussion |
Aufgelöst: zwischen 1979-1991, seit
1998 |
Teil 1: Blitzgeburt einer Supergruppe
Emerson, Lake & Palmer gehörten bei ihrer Gründung
zu den wenigen Bands, deren Mitglieder bereits eine musikalische
Reputation vorzuweisen hatten. Keyboarder Keith Emerson
feierte bereits ab 1968 mit dem Klassik-Rock-Trio The Nice
internationale Erfolge. Greg Lake
hatte als Sänger und Bassist mit King Crimson
die britischen Album-Top-Ten gestürmt.
Als sich beide Musiker mit ihren Bands bei einem gemeinsamen Konzert
von Nice und King
Crimson am 10. Dezember 1969 im Fillmore West in San Francisco
erstmals trafen, waren sie zu diesem Zeitpunkt mit ihrer musikalischen
Situation dennoch unzufrieden. Emerson fühlten sich bei The Nice
von seinen Mitmusikern Lee Jackson und Brian Davison unterfordert.
Lake lag im ständigen Streit mit Crimson-Boss Robert Fripp.
Die beiden ausgeprägten Individualisten kamen hinter der Bühne
miteinander ins Gespräch. Obwohl Emerson nach eigenen Aussagen
schon damals eine gewisse Aversion gegen Lakes leicht überheblich
wirkende Art verspürte, vereinbarten beide, in Kontakt zu bleiben.
Zurück in England, beschlossen sie die Gründung einer
neuen Band. Hierfür benötigten sie jedoch noch einen Schlagzeuger.
Erste Versuche mit dem Jimi Hendrix-Drummer-Mitch Mitchell fruchteten
aber nicht.
Nachdem Keith Emerson das Debüt-Album
von Atomic Rooster gehört
hatte, war mit dem erst 19-jährigen Drummer Carl Palmer
ein neuer Name im Gespräch. Palmer reagierte jedoch skeptisch
auf das Angebot , weil er er Atomic Rooster
eigentlich nicht verlassen wollte .
Nach
einigen Proben und Überredungskünsten von Emerson und
Lake entschloss sich Palmer doch, in das geplante Projekt einzusteigen.
Einem ersten Konzert in kleinerem Rahmen am 23. August 1970 in der
Guildhall in Plymouth folgte sechs Tage später die Teilnahme
am berühmten "Isle Of Wight-Festival", wo das Trio
mit einer extravaganten Performance für Aufsehen sorgte.
Nachdem Emerson und Lake das Konzert mit Böllerschüssen
aus zwei antiken Kanonen beendet hatten, hinterließ die Band
ein enthusiastisches Publikum. "Am Tag nach unserem Auftritt
waren wir weltweit bekannt", erinnert sich Greg Lake. Doch
die ersten Kritiker hatten nach dem "Über-Nacht-Erfolg"
von ELP bereits ihre giftige Feder gespitzt. Der berühmte Radio-DJ
John Peel bezeichnete die Performance als "tragische Verschwendung
von Talent und Elektrizität". Im November 1970 folgte
das schlicht betitelte Plattendebüt namens Emerson,
Lake & Palmer.
Top-Ten-Platzierungen des Debütalbums, spektakuläre
Konzerte mit einem Keith Emerson, der seine Orgel mit Messern traktierte
sowie die Hit-Single "Lucky Man" sorgten für einen
rasch wachsenden Bekanntheitsgrad. Mit dem nachfolgenden Album Tarkus,
dass im Juli 1971 auf den Markt kam, etablierte sich die Band endgültig
als so genannte "Supergroup". Tarkus
wurde zum weltweiten Bestseller und alle drei Mitglieder gewannen
die Musikerpolls in fast
allen Kategorien. "Emerson, Lake & Palmer und ihr Bombastsound
setzten sich 1971 weltweit durch" schrieb Jahre später
der MUSIK-EXPRESS.

"ELP in Concert" am 20. Mai 1974 im Hallenstadion/Zürich.
(Foto: Richard Kneubühler)
Gleichzeitig hatte das Trio mit seiner Bearbeitung von Mussorgskys
Pictures At An Exhibition
bereits einen furiosen Konzerthöhepunkt im Programm, der noch
im gleichen Jahr, nur wenige Monate nach Tarkus,
als Live-Mitschnitt veröffentlicht wurde. Auch dieses Album
stürmte weltweit die Charts. Obwohl von einigen Kritikern als
größenwahnsinnige "Pop-Karajans" (SOUNDS) gescholten,
wurde die Band vom Rockpublikum begeistert gefeiert. Durch die Klassik-Rock-Kombination
von Pictures At an Exhibition
ernteten ELP aber auch die Akzeptanz bei Anhängern der sogenannten
E-Musik.
Das im Juni 1972 veröffentlichte Album Trilogy
erweiterte den hohen Standard der Band - sowohl in musikalischer
als auch kommerzieller Hinsicht. Das Album präsentierte ein
großes musikalisches Spektrum von Klassik über Country
bis hin zu Rock und Ragtime. Allerdings waren einige Stücke
so komplex ausgefallen, daß sie auf der Bühne kaum noch
reproduzierbar waren.
Einige Kritiker warfen der Band bereits "Überperfektionismus"
vor, andere Journalisten entwickelten eher ambivalente Gefühle.
"Vor der Musik von ELP hat man Respekt, aber man empfindet
keine wirkliche Sympathie für sie", schrieb Hans-Jürgen
Günther im Jahre 1972 im Musikmagazin SOUNDS. Die Fans sahen
es anders: Emerson, Lake & Palmer konnten ihre Konzerte mittlerweile
in Fußballstadien absolvieren. Als erste Popband entwickelten
sie zudem ein eigenes Bühnenset, um mit Licht und Effekten
den dramaturgischen Aspekt ihrer Musik visuell zu unterstützen.

Gigantische Videoprojektionen zählten 1974 zum ELP-Standard.
(Foto: Richard Kneubühler)
Während ihrer aufwendigen Konzerttournee unter dem Motto "Get
Me A Ladder", die das Trio im Jahre 1973 durch ganz Europa
führte, arbeiteten ELP parallel an ihrem neuen Studioalbum,
dass im November 1973 unter dem Titel Brain Salad Surgery
veröffentlicht wurde.
Mit diesem Platte, die in einem vom Schweizer Maler H. R. Giger
("Alien") aufwendig entworfenen, Cover steckte, hatten
ELP ein Höchstmaß an Studiogigantomie erreicht. Der erste
polyphone Synthesizerprototyp, Sprachcomputer und elektronische
Perkussion sorgten für eine futuristisch anmutende Musik, die
sowohl künstlerisch als auch kommerziell ein voller Erfolg
war.
Eine erneut aufwendige Welttournee mit technischen Spielereien
wie Quadrofonie, Laserstrahlgewitter, Explosionen, Dia-Shows, einem
rotierenden Drumset und einem Flügel, der Purzelbäume
schlug, machten ELP-Konzerte zu den einem Multimedia-Erlebnis. Nach
ihrem vorläufigen Abschlußkonzert am 24. August 1974
im New Yorker Central Park beschloss das Trio eine längere
Pause einzulegen.
Mit der Dreier Live-LP Welcome Back My Friends To The
Show That Never Ends Ladies And Gentlemen
legten ELP ein eindrucksvolles Klangdokument ihrer Show vor. Die
Platte gelangte als erstes Dreieralbum in die amerikanischen Top-Ten-Charts.
Mit dem ein Jahr zuvor von der Band gegründeten Label "Manticore"
sollten zudem junge Nachwuchskünstler gefördert werden.
Doch das ehrgeizige Vorhaben verlief trotz mehrerer Veröffentlichungen
(Peter Sinfield, PFM und Salty Dog) spätestens 1977 im Sande.
Ab 1975 herrschte gespenstische Ruhe um das Trio. Nur Greg Lake
sorgte im Dezember des gleichen Jahres mit seiner Weihnachtssingle
"I Believe in Father Christas" für Furore und Platz
2 in der englischen Hitparade. Ein Jahr später schaffte Keith Emerson
mit einer Version von Meade Lux Lewis´ "Hong Tonk Train
Blues" in England immerhin Platz 21.
Carl Palmer produzierte das
Album "Activity" der Gruppe Back Door und widmete sich
auf seinem Steuerexil in Teneriffa dem Studium der Karate und der
klassischen Perkussion.
Fortsetzung
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