| Besetzung: |
Allgemeine Fakten: |
| Barry Finnerty: Gitarre, Gesang |
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| Eric Scott: Bass |
Gegründet: 1979 |
| Todd Cochran: Keyboards, Gesang |
Aufgelöst: 1980 |
| John Nitzinger: Gitarre, Gesang |
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| Carl Palmer: Drums |
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Geschniegelt, gebügelt und ...gescheitert
PM war das erste Projekt von Palmer nach dem Split von Emerson,
Lake & Palmer im Jahre 1979. Im Sog populärer Mainstream-Bands
wie Foreigner, REO Speedwagon oder The Cars rechnete sich Palmer
wohl ebenfalls Chancen auf Erfolg aus.
Für seine Vision einer kommerziellen Rockband scharte er amerikanische
Rockmusiker um sich, die vom Potential durchaus geeignet schienen.
Sänger und Gitarrist Barry Finnerty, Bassist Eric Scott, Keyboarder
Todd Cochran und Gitarrist John Nitzinger hatten zuvor bei Bands
und Interpreten wie Blood, Sweat & Tears, Brecker Brothers,
Tonio K., Alice Cooper, Peter Gabriel und Automatic Man mitgewirkt,
ohne allerdings sonderlich in Erscheinung zu treten.
Das im März 1980 erschiene Album 1:PM
bot solides Songwriting, allerdings ohne einen Funken Originalität.
"Natürlich spielen wir kommerziell, aber wir betreiben
kein Selling-Out", behauptete Palmer in einer offiziellen Presseerklärung.
Solche Äußerungen waren zumindest in Deutschland hoffnungslos,
denn hier waren Emerson, Lake & Palmer
bei Journalisten und Musikfans mittlerweile so angesagt wie eine
Tube Frisiercreme. Fein frisiert waren auch die Herrschaften von
PM und das zudem ziemlich discomäßig. Auch
Carl Palmer machte da mit Anzug und Krawatte keine Außnahme.
Die Hippiezeiten mit länger Mähne waren bei dem Drummer
allerdings schon längst passé.
Die Zeitschrifft MUSIK-EXPRESS machte in einem Kurzbericht lediglich
Witze über den Albumtitel: "Wenn man mit den Titeln so
weiter verfährt, bringt´s der Gruppenname bis 1992, dann
muß sich die Band allerdings in AM umbenennen."
Später tauchte die Platte noch in den "Gruselarchiven"
diverser Musikjournalisten auf. Der SOUNDS verriss das Werk gnadenlos
und bemerkte höhnisch, dass "Carl der Große"
ja tatsächlich den 4/4-Takt halten könne. Palmer selbst
beschränkte sich nur aufs Trommeln und steuerte zu der Platte
keinen einzigen Song bei.
Obwohl das in München aufgenommene Album mit "Dynamite"
zumindest eine potentielle Hit-Single enthielt, verkaufte sich die
Platte so schlecht, daß sie außerhalb von Europa gar
nicht erst veröffentlicht wurde. Auch die schon angekündigte
Tournee durch kleine und mittlere Hallen in Deutschland fiel lautlos
ins Wasser. Im August 1980 verschwand PM sang- und klanglos in der
Versenkung. Erst zwei Jahre später sorgte
Carl Palmer dann mit der so genannten "Supergruppe"
Asia wieder weltweit für Furore.
Keyboarder Todd Cochran arbeitet nach PM als Komponist, Musiker
und Arrangeur für Studios, Film (u.a. "The Best Man"
von Regisseur Spike Lee) und Fernsehen. Bassist Erik "Eski"
Scott spielte danach wieder für Alice Cooper sowie auf Studioplatten
von Ted Nugent und Triumph. Aktuell ist er Mitglied der "Rock'n'Soul"
-Band Sonia Dada seines Bruders Michael Scott.
John Nitzinger, der 1972 mit seiner Band Nitzinger wie ELP auch
auf dem "Mar-Y-Sol-Pop"-Festival spielte, veröffentlichte
danach wieder Soloplatten und wirkte auf Alice Coopers "Zipper
Catches Skin" mit. Gitarrist und Sänger Barry Finnerty
tauchte später u. a. bei Jazzern wie Billy Cobham, Miles Davis
und den Crusaders auf. Auf seiner Website www.barryfinnerty.com
äußert er sich über seine Zeit bei PM ziemlich vernichtend:
"Es gab einige begabte Leute in der Band wie Todd Cochran
und John Nitzinger, aber es war die falsche Kombination. Abgesehen
davon, dass Carl Palmer einen "Groove"
als irgendeine Art ethnischen afrikanischen Unsinn ansah. Palmer
war wirklich die Antithese von funkiness. Um einen lange Geschichte
kurz zu machen, vergeudete ich ein Jahr bei 250 Dollar die Woche
in einem schlecht beratenen Versuch, meinen quadratischen Stöpsel
in die runde Bohrung dieser Band zu bilden. Wir machten ein Album.
Wenn es jemand mal hören sollte… mein Beileid!"
© Bernd F. Hoffmann
Quellen:
Edward Macan: Endless Enigma: A Musial Biography Of Emerson, Lake
& Palmer
George Forrester, Martyn Hanson, Frank Askew: The Show That Never
Ends: A Musical Biograph
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