Teil 1: U.K. Ein Königreich
ohne Krönung
| Besetzungsmitglieder: |
Allgemeine Fakten: |
| Eddie Jobson: Keyboards, Synthesizer, Violine |
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| John Wetton: Bass, Vocals |
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| Terry Bozzio: Drums. Percussion |
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| Allan Holdsworth: Gitarre |
Gegründet: 1978 |
| Bill Bruford: Kit Drums, Percussion |
Aufgelöst: 1979 |
Die Band U.K. (Abkürzung für United Kingdom)
wurde nach ihrer Gründung im Jahre 1978 von der Plattenfirma
sofort als neue "Supergruppe" vermarktet. Was den
Bekanntheitsgrad der Musiker anbetraf, war diese Marketingkampagne
durchaus begründet, obwohl keiner der vier Musiker damals
zu den absoluten Superstars im Rockbusiness gehörte.
Bill Bruford zählte nach seiner Mitgliedschaft bei Yes,
King Crimson sowie als Aushilfsdrummer
bei Genesis zu den profiliertesten Rockschlagzeugern. Eddie
Jobson hatte sich als Keyboard-Wunderkind und Geigenvirtuose
bei Curved Air, Roxy Music und Frank Zappa einen guten Namen
erspielt. Gleiches galt auch für Allan Holdsworth (Patto,
Tempest, Gong, Jean-Luc Ponty, Tony Williams' New Lifetime)
und John Wetton (Family, Mogul Trash, Roxy Music, King
Crimson, Uriah Heep).
Einflüsse von Zappa oder Roxy Music waren allerdings
auf dem 1978 erschienen Debütalbum U.K.
nicht zu hören, vielmehr ein homogener Art-Rock mit gelegentlichen
Jazz-Einflüssen und teilweise sehr melancholischen Momenten.
Besonders Eddie Jobson setzte seinen polyphonen Yamaha CS
80-Synthesizer sehr einfallsreich ein und kreierte speziell
auf den Tracks "Thirty Years" und "Alaska"
gewaltige Soundlandschaften.
Die Platte galt dennoch im Zeitalter von Disco, Punk und
New Wave bei vielen als purer Anachronismus und erreichte
nur einen schlappen Platz 74 in den US-Charts. kamen nicht
bei jedermann gut an. "Ihr konzertanter Rock bleibt auf
der Ebene der Effektheischerei stecken", schrieb damals
der MUSIK-EXPRESS. Der gleiche Journalist bezeichnete Stücke
wie "Presto Vivace and Reprise" oder "Thirty
Years" als "verloren gelaubtes Sessionmaterial aus
der Yes-Frühzeit".
Schnell traten aufgrund der mangelnden Resonanz Risse in
der Band auf. Im April 79 wanderten Holdsworth ("Nette
Kerle, aber eine sehr erbärmliche Erfahrung"). und
Bruford ab, um zusammen das kurzlebige Projekt "Bruford"
zu gründen. Eddie Jobson warf Bruford noch verächtlich
hinterher, dass es dem Drummer bei U.K. nur darum gegangen
wäre, seine "Tony-Williams-Fantasien" auszuleben".

U.K. von hinten: Terry Bozzio (v.l. , Eddie Jobson und
John Wetton, Quelle: www.terrybozzio.com)
Für Bruford kam, wiederum aus der Band von Frank Zappa,
der hoch talentierte Drummer Terry Bozzio. Wie sein Vorgänger
setzte Bozzio an seinem Drumset damals bevorzugt Roto-Toms
ein, was den UK-Sound ebenfalls prägte. Holdsworth wurde
nicht ersetzt, stattdessen legte die zum Trio geschrumpfte
Band den instrumentalen Schwerpunkt jetzt auf Keyboards und
Geige, was sie endgültig in die ELP-Ecke rückte.
Ein kommerziell riskantes Unterfangen, denn 1979 war eine
Prog-Rock-Band wie Emerson, Lake
& Palmer praktisch "megaout".
Die im Jahre 1979 veröffentlichte LP Danger
Money klang dann auch wie "ELP pur" zu besten
TRILOGY-Zeiten. Für ELP-Fans ist dieses Werk wirklich
uneingeschränkt zu empfehlen. Die Platte erreichte Platz
82 in den US-Charts und zumindest in Japan konnten sich UK
eine treue Anhängerschaft erspielen. Das Stück "Rendezvous
6:02" erreichte in den Niederlanden sogar die Top-20.
Das noch im gleichen Jahr veröffentlichte Live-Album
Night After Night enthält
dynamische Versionen der ersten beiden Platten. Die zwei neuen
Stücke "Night After Night" und das musikalisch
völlig belanglose "As Long As You Want Me Here"
schielten allerdings schon sehr nach Radio-Airplay.
Ende 1979 löste sich die Band nach einer letzten Europa-Tournee,
die sie auch nach Deutschland führte, sang und klanglos
auf. Eddie Jobson stieg bei Jethro Tull und John Wetton bei
Wishbone Ash ein. Terry Bozzio eroberte mit Gattin Dale und
dem Bandprojekt Missing Persons durch New-Wave-Pop die US-Charts
. Eine kurze Zeit waren Missing Persons aufgrund des freizügigen
Auftretens von Frontfrau Dale Bozzio in den USA ein heißes
Thema, konnten aber den Erfolg nicht konservieren.
Später sagte John Wetton ("Ich kann mit Leuten
arbeiten, die ich verachte. Ich erreichte es, für drei
Jahre mit Eddie Jobson zu arbeiten, und ich kann den Anblick
des Typen nicht ertragen".) in einem Interview, dass
sich Eddie Jobson nur für Instrumentalmusik interessieren
würde und die Zusammenarbeit bei UK deshalb sehr schwierig
gewesen sei.
1995 war eine UK-Reunion im Gespräch, die aber nicht
realisiert wurde. Ende Dezember 2009 sind die drei UK-Alben
als Remasters erschienen.
©Bernd Franco Hoffmann
Links über UK und deren Mitglieder:
Liste
de UK-Konzerte von 1977-1979
UK-Forum
auf der Eddie-Jobson-Site
Eddie
Jobson-Site (seit ewigen Zeiten im Aufbau)
Terry Bozzio
John
Wetton
Allan
Holdsworth
Bill
Bruford
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