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EMERSON, LAKE & PALMER  — ELP in Japan

ELP in Japan

ELP "BIG IN JAPAN"

Bericht im Musikmagazin SOUNDS vom Februar 1973

von Alexander Frater

über die Japan-Tournee von
Emerson, Lake & Palmer

Konzertstationen:
22. Juli 1972: Kourakuen Stadion, Tokio
24. Juli 1972: Koshien Stadion, Osaka

 

TEIL 4: Mit Whisky und Schraubenzieher

Stewart Young, der Business Manager, machte gerade seine Rechnung auf: Kosten für die JAL Charter: 8400 Dollar, Kosten für weitere Fracht und Inlandreisen: 4000 Dollar, Hotelkosten und generelle Ausgaben: 6000 Dollar Reisekosten von Japan in den USA: 5600 Euro, Gesamt: 24.000 Dollar.

Auf der Haben-Seite bekamen sie von Udo 22.000 Dollar Honorar, aber 20 Prozent davon geht an Agent und Manager; das ergibt einen Gesamtverlust von 6400 Dollar, aber es schien Young nicht zu stören. "Wenn man es zusammen mit den Plattenverkäufen sieht" sagte er, "sind wir im Plus.


"Wir können nicht verlieren"

"Aufgrund unserer Tournee wird TRILOGY in Japan Nummer eins werden. Wir werden sechzigtausend Platten mehr verkaufen als sonst, das bedeutet noch mal 15.000 Dollar; zusätzlich die Veröffentlichungsrechte, und wenn wir das nächste Mal kommen, werden wir vor vollen Häusern spielen. Dieser Besuch ist eine Investition und wird sich ziemlich schnell auszahlen, ganz zwangsläufig. Wir können nicht verlieren."

Am Tage vor dein Konzert kam Udo ziemlich erschüttert ins Hilton. "Könnt ihr glauben, dass schon wieder ein Taifun kommt? " sagte er mit niedergeschlagener Stimme. Taifun Tess kommt auf Tokio zu und soll morgen Nachmittag hier sein. Bis jetzt habe ich nur 23.000 Plätze verkauft, denn wer zahlt schon gute Yen, um bei einem Hurrikan bei Windstärke 7 harten Rock zu hören?".

Auch die Musiker machten sich Sorgen, aber hauptsächlich wegen Emersons Moog-Synthesizer, der schon an feuchten Tagen Kurzschlüsse bekommt, ganz zu schweigen von tropischen Stürmen in einem offenen Stadion. Das Problem wurde den Roadies zugeleitet, die es lösen sollten.

Emerson, Lake und Palmer gerieten in Aufregung, weniger wegen des bevorstehenden Konzerts, als wegen der Ankunft Dee Anthonys aus New York. Dee Anthony (Fotos mit Emerson, Lake & Palmer) ist ihr Manager, ein überschwänglicher Amerikaner italienischer Herkunft mit einer Mähne weißen Haares und einem gestutzten, weißen Bart.
Er sollte, begleitet von seinem Vater, um fünf Uhr nachmittags eintreffen. In der Zwischenzeit liefen die letzten Vorbereitungen für das Konzert, inklusive Postierung von Leibwächtern, Ich bekam zwei von einem amerikanischen Rennfahrer versprochen, der sich der Gruppe als eine Art Vermittler angeschlossen hatte und der auf Verlangen von Mädchen bis Rauschgift alles besorgen könnte.

"Ich habe Ihnen zwei Karatekämpfer mit schwarzem Gürtel besorgt", sagte er zu mir, "einer ist Amerikaner, der andere aus Neuseeland. Er hat sich auf Tret-Boxen spezialisiert. Er springt einfach hoch und bricht den Leuten den Kiefer mit seinen Füßen. Beide sind begeistert, wenn sie Leute niederschlagen können, also wird es keine Schwierigkeiten geben, wenn die Fans Amok laufen. Er stellte mich dem Amerikaner vor, einem würdevollen, bebrillten jungen Mann, der wie ein Jesuitennovize aussah und mich fragte, ob ich an der Kriegskunst interessiert sei.

Als ich verneinte, sah er niedergeschlagen aus, und um ihn aufzuheitern, erzählte ich ihm, dass ich einmal ein Londoner Telefonbuch durchgerissen hätte, worauf er sagte, dass jeder einmal klein angefangen hätte, oder so was ähnliches.

Jade aus Japan

Dee Anthony sah aus wie ein kleiner Satyr von Rubens gemalt. An jedem Handgelenk trug er eine goldene Uhr, rechts New Yorker, links Tokioter Zeit. Er stürzte zur Hoteltür herein, begleitet von seinem Vater, Stewart Young und Tots.

"Greg Baby" schrie er Lake zu, der mit einem Bouquet betauter Rosen in Cellophan auf ihn zulief. Sie umarmten sich. "Von TRILOGY sind 183.000 allein an der Westküste verkauft", sagte Anthony und umarmte Lake wie einen Sohn, der gerade aus dem Krieg kommt. "Hallo Palmer" brüllte er dem Drummer zu, der ebenfalls durch die Lobby gerannt kam. Sie umarmten sich ebenfalls.

"TRILOGY hat an der Westküste 183.000 verkauft, Baby." "Es wird nie eine Million schaffen", sagte Lake. "Natürlich schafft es eine Million" entgegnete Antony. "Wenn es jemals ein Millionenalbum gab, dann ist es das." "Wenn sie eine Million schafft, schenke ich dir einen neuen Rolls-Royce, sagte Lake.

"Ich habe schon einen Rolls-Royce. Steve Marriott hat mir letztes Jahr einen geschenkt, perlgrau, automatische Fenster, elektrische Sitze. "Könntest Du nicht noch einen gebrauchen?" "Ich glaub schon, aber bitte nicht perlgrau, Wo ist Tots? Tots, Baby, ich möchte Jade kaufen! Wie Du weißt, bin ich nicht gerade arm und ich möchte wirklich tolle Jade, sehr viel davon und sehr alte und kostbare und Du sollst mir dabei helfen."

Nagashima schaute etwas unbehaglich drein. "Hm, Jade Dee? - "Genau Tots, Jade, Und mein alter Vater hier möchte ein japanisches Bad." Sein alter Vater zwinkerte uns zu. "Ich habe gehört, Tokio ist eine Stadt für Männer", sagte er. Nagashima sagte: "Dee, man kauft keine Jade in Japan. Jade kauft man in China, Jade ist chinesisch, Dee." Anthony starrte ihn an. Jesus Christus", sagte er mit offenem Mund. "Hast du gehört, Vater, für Jade müssen wir nach China fahren." "Ich könnte vorher ein Bad gebrauchen Dee", sagte sein Vater. "Etwas mehr Selbstbeherrschung, bitte", sagte Anthony streng,

Am Morgen des Konzerttages war der Himmel bezogen, schwere warme Regenschauer und scharfe Windstöße ließen die winzigen Glöckchen in den Gärten Tokios klingeln. In der Mitte des Stadions war am vergangenen Abend die Bühne aufgebaut worden und die Roadies hatten ein Plastikdach darüber gezogen, um Instrumente und Musiker halbwegs trocken zu halten. Tausend Ordner bezogen Posten und um fünf Uhr nachmittags bestieg die erste Gruppe, die Free, angeführt von einem schmächtigen. einsilbigen Amerikaner, der darauf bestand, mit Rabbit angeredet zu werden, die Plattform und begann mit ihrer Eröffnungsnummer, während eine Wolke von bunten Luftballons in den drohenden, sturmgepeitschten Himmel aufstieg.

Die äußeren Umstände waren furchtbar: Der Regen schlug der Gruppe ins Gesicht, durchtränkte Rabbits Klavier und bewirkte, dass der Bassgitarrist ununterbrochen elektrische Schläge bekam, Seine Schmerzensschreie verliehen den Texten, die er sang, emphatischen Nachdruck und die Menge reagierte fröhlich, trampelte mit den Füßen und schunkelte.

Wie ein Löwe im Käfig

Unter der Tribüne im Special Room bereiteten sich Emerson, Lake und Palmer vor. Emersons Synthesizer gab infolge der Feuchtigkeit einen ständigen Strom falscher Töne von sich. Mit einem besorgten Gesichtsausdruck legte Keith den Schraubenzieher beiseite und rief in Kalifornien an, um Bob Moog, den Elektronikingenieur, der das Instrument gebaut hatte, um Rat zu fragen, aber Moog war nicht zu erreichen, so dass Emerson sich von Wordsworth einen Whisky bringen ließ und versuchte, das Instrument selbst zu reparieren.

Carl Palmer lief mit nacktem Oberkörper im Raum umher und trommelte mit seinen Stöcken auf jede erreichbare Oberfläche. "Mann, ich bin wie ein Löwe im Käfig" sagte er, "ich kann es einfach nicht erwarten, raus zukommen." Relax, Palmer", sagte Dee Anthony, kettenrauchend und blass vor Nervosität. Palmer antwortete mit einem rasenden Wirbel auf einem, Sessel, dann warf er die Stöcke weg und begann mit den Fingern zu schnalzen. "Wussten Sie, dass ich mal mit Buddy Rich gespielt habe?", fragte er mich, "er war bei Ronnie Scott und eines Abends, gleich nach der Pause, verkündete er plötzlich, Carl Palmer säße im Publikum, ob er bitte mal auf die Bühne kommen könnte.

Ich konnte es nicht glauben, kein anderer Drummer hat jemals für ihn gespielt und ich sagte: Du meinst Du willst, dass ich spiele? Er sagte: Ich hab Dich nicht zum Haareschneiden hoch gebeten und so spielte ich zwei Nummern. Die erste fand die Band gar nicht gut, ich war ein Eindringling und keiner schaute zu mir rüber, aber als wir die zweite anfingen, lächelten sie und wir fingen an zu swingen, während Buddy Rich daneben stand und mit dem Fuß den Takt schlug. Es war ein phantastisches Erlebnis. Ich betete den Jungen an, seit ich klein war. Ich wünschte, mein Vater wäre dabei gewesen. Er hätte sicher geweint."

Fortsetzung folgt

Teil 1: Ein Pornofilm namens Schneewittchen
Teil 2: A-Bad oder B-Bad?
Teil 3: Jesus Christus und die 12 Roadies
Teil 5: Mit dem Moog in den U-Boot-Krieg

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