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EMERSON, LAKE & PALMER  — ELP-Equipment

ELP-Equipment

Instrumente wie Mini-Moog, Yamaha GX 1 oder Ludwig Octaplus und ihre Auswirkungen auf den ELP-Sound.


Teil 1: Die Korg PS 3000-Serie
oder Emersons verhängnisvolle Entscheidung

Diskutiert über diesen Artikel auch im ELP-Forum

Quakige Synthiesoli ohne Schwung und Schmiss, dünne Keyboardflächen ohne Pep und Biss - der ELP-Fan dürfte im Winter 1978 nicht schlecht gestaunt haben, als er zu Hause das neue Album Love Beach auflegte. Neben den unglücklichen und mittlerweile hinlänglich bekannten Begleitumständen, die zu dem Machwerk führten, war auch Emersons verhängnisvolle Entscheidung mitverantwortlich für den Misserfolg.

Schon auf den Vorgängeralben Works Volume 1 und Works Volume 2 hatte der Keyboardkönner die schwere Hammond und den klotzigen Moog-Synthesizer weitgehend ausrangiert und auf neue Synthiesounds aus Fernost gesetzt. Eine Entscheidung, die 1977 beim Hit "Fanfare For The Common Man", als Emerson ausschließlich seinen neuen Yamaha GX1 einsetzte, noch fette Früchte trug.

Korg PS 3100

Ganz schön klotzig: Der PS 31000.

Doch auf Love Beach fabrizierte Emerson plötzlich fürchterliche Sounds aus seinen neuen polyphonen Spielzeugen, die vielleicht zur Unterhaltungsmusik eines James Last passen, nicht aber zu einer Rockband, die sich einst das Wort "Progressivität" auf die Fahne geschrieben hatte. Womit nichts gegen James Last gesagt ist.

Was war geschehen?

Keith Emerson hatte sich entschlossen, für die Produktion von Love Beach zwei Exemplare der Korg PS 3000er-Serie in sein Setup zu integrieren. Die japanische Synthesizerfirma Korg war 1978 im Gegensatz zu den Konkurrenten Moog, ARP oder Oberheim noch nicht auf dem internationalen Markt etabliert. Der Firma fehlte noch ein erfolgreiches Parademodell, wie es später in den achtziger Jahren der MS 20 und die M1 werden sollte.

Korg PS 3300

Der "Bruder" PS 3300.


Die Modelle 3100 und 3300 gehörten 1978 aber immerhin zu den ersten vollpolyphonen, wenn auch noch nicht programmierbaren Synthesizern. Sie besaßen theoretisch eine Vielzahl von Möglichkeiten, vorrausgesetzt man konnte sie ausschöpfen. Durch die 48-stimmige Vollpolyphonie bot der Korg PS 3100 ansprechende Flächensounds, die man teilweise auch bei Love Beach raushört, die aber von ihrem Klangcharakter eigentlich nicht so recht zum Ursound von ELP passen.

Einige Experten bescheinigten dem PS 3100 "Flächensounds par excellence" und "Leadsounds der ungewöhnlichen Art". "Zum Experimentieren ist der PS-3100 einer der besten je gebauten Synthesizer", resümierte Thea Bloderer vom Synthesizerforum Bluesynths.

Vorsicht Täuschung: Kein Moog, sondern ein Turm aus PS 3100 und 3300. (Foto: Neil Preston).

Doch offenbar wusste der einst so innovative Synthesizerpionier Emerson mit den Möglichkeiten des Gerätes nicht allzu viel anzufangen oder er hatte einfach nicht genügend Zeit, alle Möglichkeiten auszuloten oder ihn verließ allmählich der gute Geschmack.

Emerson hat den PS 3100 und den PS 3300 nachweislich noch auf seinem 1981er-Soloalbum Honky verwendet und zwar auf dem Stücken "Hello Sailor", "Green Ice" und "Big Horn Breakdown", Der PS 3100 und der PS 3300 sind auch auf Emersons Salt Cay-Video zu sehen. Den Sounds nach zu urteilen hat Emerson die beiden Instrumente auch auf den Soundtracks Inferno und Nighthawks eingesetzt.

Musiker, die den PS 3100 und 3300 neben Keith Emerson ebenfalls eingesetzt haben sind u. a. Ryuichi Sakamoto, Coldcut, Vince Clarke, Jean-Michel Jarre, Vangelis, Karl Bartos (Kraftwerk) und Dorothea Raukes (Streetmark).

Während der PS-3100 relativ selten ist und vermutlich nur zwischen 30 und 50 Exemplare umfasst, sind vom PS-3300 wahrscheinlich rund 300 bis 600 Exemplare gebaut worden. Der Ladenpreis für den PS 3100 betrug 1977 umgerechnet rund 3300 EURO. Der PS-Serie war insgesamt kein großer Erfolg erschienen und war vor allem live kaum einsetzbar.

©Bernd Franco Hoffmann

Klangbeispiele des PS 3100

Fotos des PS 3100 und PS 3300 mit freundlicher Genehmigung des Syhnthie-Museums Bernhard Döring

Quellen:
www.bernhard-doering.de/Synthi-Museum
www.amazona.de
www.synrise.de

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