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EMERSON, LAKE & PALMER  — ELP in Japan

ELP in Japan

ELP "BIG IN JAPAN"

Bericht im Musikmagazin SOUNDS vom Februar 1973

von Alexander Frater

über die Japan-Tournee von
Emerson, Lake & Palmer

Konzertstationen:
22. Juli 1972: Kourakuen Stadion, Tokio
24. Juli 1972: Koshien Stadion, Osaka

 

TEIL 2: A-Bad oder B-Bad?

Mit Erfolg: Lake und Palmer wollten bleiben, Emerson, ein schmales, pfrä-raffaelisches Gesicht hager vor Müdigkeit, wollte nicht. Er verlangte von Nagashima ein Hotel in japanischem Stil und das möglichst schnell. Am nächsten Morgen wolle er dorthin umziehen. "O.K.", sagte Nagashima, "aber zuerst müsst ihr ein bisschen arbeiten. Oben warten ein paar Radioleute, die ein Interview von Euch haben wollen, Das wäre dann alles für heute Abend. Ich denke, ihr könnt etwas Schlaf gebrauchen". — "Ich hätte nichts gegen ein japanisches Bad vorher", sagte Palmer. Nagashima grinste: "An welche Art von japanischem Bad denkst du? Ein A-Bad oder ein B-Bad?" — "Wo liegt der Unterschied? " fragte Lake. Nagashima erklärte es ihnen, "Oha", sagten die Musiker, mit beflügelten Schritten davoneilend.

Mr. Udo kennt jeden

Das Interview nahm seinen Lauf, die üblichen Fragen, gefolgt von den üblichen Antworten. Seit wann spielen Sie zusammen? Warum spielen Sie zusammen? Welche anderen Beatgruppen bewundern Sie? Was sind die Haupteinflüsse in Ihrer Musik?

ELP, auf Sofas geflegelt, die Füße auf den niedrigen Tischen, gaben liebenswürdig Antwort. Tots Nagashima unterhielt sich derweil mit einem stämmigen, gepflegten, freundlich dreinblickenden Mann in einer Ecke. Das war Mr. Udo, Direktor von Udo Promotions, (ein Zweig von Nagashimas Verlagsimperium) Importeur von harten Rockgruppen und der Mann, der ELP nach Japan gebracht hatte.

Das Telefon läutete und Udo nahm ab. "Hai" sagte er and legte den Hörer stirnrunzelnd wieder auf. Als die Reporter weg waren, sagte er: "Ein Taifun kommt auf Tokio zu."— "Das Konzert ist erst in zehn Tagen, sagte Nagashima, "bis dahin müsste er eigentlich vorbei sein" — "Wie heißt er denn?" — " Phyllis", sagte Udo." "Taifun Phyllis, O. K., wir werden ihn im Auge behalten. Erzählen Sie, den Jungens lieber erst mal, was auf sie wartet" — "Sie meinen bezüglich der Promotion?", sagte Udo. — "Er meint, bezüglich des Bades", sagte Palmer und alle lachten.

"Verschiedenes", sagte Udo, "nächste Woche große Pressekonferenz hier im Hilton. Dann ein Live-Auftritt in der Sonntagsnachmittags-TV-Show, eine sehr populäre Show und Live-Auftritt in einer sehr populären Radio-Show. Dann Treffen mit Nagashima, dem großen Baseball-Star, der vielleicht der berühmteste Mann ganz Japans ist. Nationalheld." — "Mein Namensvetter, aber kein Verwandter", sagte Tots, "Wir werden sehr viel Aufmerksamkeit in Presse und Fernsehen dafür bekommen — "Großartig", sagte Keith Emerson. "Tots, wo können wir Kimonos bekommen? Wenn ich in Japan bin, möchte ich auch Kimonos tragen" — "Wollt ihr alle Kimonos?" fragte Udo. "Genau", sagte Lake, "So richtig echte, mit Drachen drauf, die Feuer spucken" —"Geht in Ordnung", sagte Udo. "Ich kenne da jemanden." — "Udo kennt jeden in Tokio", sagte Nagashima, "und er kann alles arrangieren, ihr braucht nur zu fragen. Wenn Udo in der Stadt, liegt Euch Tokio zu Füßen" — "Gehört alles zum Service", sagte Udo erlaubte sich ein Lächeln.

Emma-San, Rake und Palmer

Taifun Phyllis drehte zur allgemeinen zur allgemeinen Erleichterung plötzlich nach Süden ab. Früh am Morgen, als diese Nachricht durchkam, machte sich Stewart Young, der Business-Manager der Gruppe, ein dreiundzwanzigjähriger Absolvent der London School of Economics zusammen mit Steve Inglis, dem Road Manager auf, um die Warner-Pioneer-Plattengesellschaft in Tokio aufzusuchen.

Young hatte vor, in einer Handelsbank seine Karriere zu machen. Dann schlug er aber Greg Lake im Schachspiel und wurde aus diesem Grunde gebeten, sich um die Finanzen der Gruppe zu kümmern. Emerson, Lake und Palmer haben vier Platten gemacht: EMERSON, LAKE AND PALMER, TARKUS, PICTURES AT AN EXHIBITION und kürzlich TRILOGY, die in Japan von Warner Pioneer promotet und verkauft werden. Young wollte mit ihnen die Verkaufsziffern diskutieren.

Der Manager, Mr. Matsuda, ein älterer Mann mit dem undurchdringlichen Gesicht eines phönizischen Kaufmannes, führte sie in den Konferenzraum, begleitet von zwanzig Assistenten, bot ihnen Cherry-Zigaretten und Cola an und wartete schweigend darauf, dass Young begann.

"Ich glaube, TRILOGY kommt hier nächsten Samstag heraus", sagte Young. "Hai", sagte Mr. Matsuda. Mr. Matsuda sagt: Ja", erklärte ein Assistent. "Und Sie glauben, dass es ein Erfolg wird?", fragte Young. "Hai", sagte Mr. Matsuda. "Mr. Matsuda sagt Ja, ganz sicher." — "Wie hoch sind die letzten Verkaufszahlen von PICTURES?" — "Ungefähr fünfzigtausend", sagte der Assistent "oder so um die Marke." Young versuchte sie in höflicher, geschäftsmäßiger Manier auf die exakte Zahl festzunageln. Das brauchte einige Zeit.

Als er fertig war, fragte Steve Inglis, der Road Manager Mr. Matsuda, ob er es für richtig hielte, dass die Musiker ihren Auftritt in Kimonos mit ihren Initialen beginnen sollten. Mr. Matsuda unterzog die Angelegenheit einer eingehenden Prüfung. Er betrachtete das Konzert als wichtige Promotion für seine ELP-Platten, der Verlauf der Tournee war ihm also wichtig. Als er sprach, hörten alle aufmerksam zu. Sein Assistent übersetzte. "Mr. Matsuda sagt: O.K. wenn Emma-San, Rake und Palmer nach der Verbeugung den Kimono ablegen. Er sagt, große Beleidigung, wenn sie während der Vorstellung Kimonos tragen".

Teil 3: Jesus Christus und die 12 Roadies

Teil 1: Ein Pornofilm namens Schneewittchen
Teil 3: Jesus Christus und die 12 Roadies
Teil 4: Mit Whisky und Schraubenzieher
Teil 5: Mit dem Moog in den U-Boot-Krieg

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