Konzertstationen:
22. Juli 1972: Kourakuen Stadion, Tokio
24. Juli 1972: Koshien Stadion, Osaka
TEIL 2: A-Bad oder B-Bad?
Mit Erfolg: Lake und Palmer wollten bleiben, Emerson, ein
schmales, pfrä-raffaelisches Gesicht hager vor Müdigkeit,
wollte nicht. Er verlangte von Nagashima ein Hotel in japanischem
Stil und das möglichst schnell. Am nächsten Morgen
wolle er dorthin umziehen. "O.K.", sagte Nagashima,
"aber zuerst müsst ihr ein bisschen arbeiten. Oben
warten ein paar Radioleute, die ein Interview von Euch haben
wollen, Das wäre dann alles für heute Abend. Ich
denke, ihr könnt etwas Schlaf gebrauchen".
"Ich hätte nichts gegen ein japanisches Bad vorher",
sagte Palmer. Nagashima grinste: "An welche Art von japanischem
Bad denkst du? Ein A-Bad oder ein B-Bad?" "Wo
liegt der Unterschied? " fragte Lake. Nagashima erklärte
es ihnen, "Oha", sagten die Musiker, mit beflügelten
Schritten davoneilend.
Mr. Udo kennt jeden
Das Interview nahm seinen Lauf, die üblichen Fragen,
gefolgt von den üblichen Antworten. Seit wann spielen
Sie zusammen? Warum spielen Sie zusammen? Welche anderen Beatgruppen
bewundern Sie? Was sind die Haupteinflüsse in Ihrer Musik?
ELP, auf Sofas geflegelt, die Füße auf den niedrigen
Tischen, gaben liebenswürdig Antwort. Tots Nagashima
unterhielt sich derweil mit einem stämmigen, gepflegten,
freundlich dreinblickenden Mann in einer Ecke. Das war Mr.
Udo, Direktor von Udo Promotions, (ein Zweig von Nagashimas
Verlagsimperium) Importeur von harten Rockgruppen und der
Mann, der ELP nach Japan gebracht hatte.
Das Telefon läutete und Udo nahm ab. "Hai"
sagte er and legte den Hörer stirnrunzelnd wieder auf.
Als die Reporter weg waren, sagte er: "Ein Taifun kommt
auf Tokio zu." "Das Konzert ist erst in zehn
Tagen, sagte Nagashima, "bis dahin müsste er eigentlich
vorbei sein" "Wie heißt er denn?"
" Phyllis", sagte Udo." "Taifun
Phyllis, O. K., wir werden ihn im Auge behalten. Erzählen
Sie, den Jungens lieber erst mal, was auf sie wartet"
"Sie meinen bezüglich der Promotion?",
sagte Udo. "Er meint, bezüglich des Bades",
sagte Palmer und alle lachten.
"Verschiedenes", sagte Udo, "nächste
Woche große Pressekonferenz hier im Hilton. Dann ein
Live-Auftritt in der Sonntagsnachmittags-TV-Show, eine sehr
populäre Show und Live-Auftritt in einer sehr populären
Radio-Show. Dann Treffen mit Nagashima, dem großen Baseball-Star,
der vielleicht der berühmteste Mann ganz Japans ist.
Nationalheld." "Mein Namensvetter, aber kein
Verwandter", sagte Tots, "Wir werden sehr viel Aufmerksamkeit
in Presse und Fernsehen dafür bekommen "Großartig",
sagte Keith Emerson. "Tots, wo können wir Kimonos
bekommen? Wenn ich in Japan bin, möchte ich auch Kimonos
tragen" "Wollt ihr alle Kimonos?" fragte
Udo. "Genau", sagte Lake, "So richtig echte,
mit Drachen drauf, die Feuer spucken" "Geht
in Ordnung", sagte Udo. "Ich kenne da jemanden."
"Udo kennt jeden in Tokio", sagte Nagashima,
"und er kann alles arrangieren, ihr braucht nur zu fragen.
Wenn Udo in der Stadt, liegt Euch Tokio zu Füßen"
"Gehört alles zum Service", sagte Udo
erlaubte sich ein Lächeln.
Emma-San, Rake und Palmer
Taifun Phyllis drehte zur allgemeinen zur allgemeinen Erleichterung
plötzlich nach Süden ab. Früh am Morgen, als
diese Nachricht durchkam, machte sich Stewart Young, der Business-Manager
der Gruppe, ein dreiundzwanzigjähriger Absolvent der
London School of Economics zusammen mit Steve Inglis, dem
Road Manager auf, um die Warner-Pioneer-Plattengesellschaft
in Tokio aufzusuchen.
Young hatte vor, in einer Handelsbank seine Karriere zu machen.
Dann schlug er aber Greg Lake im Schachspiel und wurde aus
diesem Grunde gebeten, sich um die Finanzen der Gruppe zu
kümmern. Emerson, Lake und Palmer haben vier Platten
gemacht: EMERSON, LAKE AND PALMER, TARKUS, PICTURES AT AN
EXHIBITION und kürzlich TRILOGY, die in Japan von Warner
Pioneer promotet und verkauft werden. Young wollte mit ihnen
die Verkaufsziffern diskutieren.
Der Manager, Mr. Matsuda, ein älterer Mann mit dem undurchdringlichen
Gesicht eines phönizischen Kaufmannes, führte sie
in den Konferenzraum, begleitet von zwanzig Assistenten, bot
ihnen Cherry-Zigaretten und Cola an und wartete schweigend
darauf, dass Young begann.
"Ich glaube, TRILOGY kommt hier nächsten Samstag
heraus", sagte Young. "Hai", sagte Mr. Matsuda.
Mr. Matsuda sagt: Ja", erklärte ein Assistent. "Und
Sie glauben, dass es ein Erfolg wird?", fragte Young.
"Hai", sagte Mr. Matsuda. "Mr. Matsuda sagt
Ja, ganz sicher." "Wie hoch sind die letzten
Verkaufszahlen von PICTURES?" "Ungefähr
fünfzigtausend", sagte der Assistent "oder
so um die Marke." Young versuchte sie in höflicher,
geschäftsmäßiger Manier auf die exakte Zahl
festzunageln. Das brauchte einige Zeit.
Als er fertig war, fragte Steve Inglis, der Road Manager
Mr. Matsuda, ob er es für richtig hielte, dass die Musiker
ihren Auftritt in Kimonos mit ihren Initialen beginnen sollten.
Mr. Matsuda unterzog die Angelegenheit einer eingehenden Prüfung.
Er betrachtete das Konzert als wichtige Promotion für
seine ELP-Platten, der Verlauf der Tournee war ihm also wichtig.
Als er sprach, hörten alle aufmerksam zu. Sein Assistent
übersetzte. "Mr. Matsuda sagt: O.K. wenn Emma-San,
Rake und Palmer nach der Verbeugung den Kimono ablegen. Er
sagt, große Beleidigung, wenn sie während der Vorstellung
Kimonos tragen".